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Model Bewerbung: So bewirbst du dich bei einer Modelagentur – mit Vorlage

Für eine gute Model Bewerbung brauchst du keine teuren Profifotos: Ein paar natürliche Digitals ohne Make-up, deine korrekten Maße, Alter, Wohnort und ein kurzer Text reichen den meisten Agenturen völlig. Du schickst sie über das Bewerbungsformular auf der Website der Agentur oder per E-Mail, oder gehst zu einem Open Casting. Seriöse Agenturen verlangen dafür nie Geld.

8 Minuten Lesezeit Aktualisiert am 30.10.2026

Eine Model Bewerbung ist viel einfacher, als viele denken. Agenturen wollen nicht sehen, wie gut ein Fotograf dich in Szene setzen kann, sondern wie du wirklich aussiehst. Genau deshalb sind die besten Bewerbungen oft die schlichtesten: klare Fotos bei Tageslicht, ehrliche Maße und ein paar Sätze über dich. In diesem Guide erfährst du Schritt für Schritt, was du schicken solltest, wo du dich bewirbst, was danach passiert und woran du unseriöse Angebote sofort erkennst.

Was gehört in eine Model Bewerbung?

Bevor du irgendetwas abschickst, stell dir alle Unterlagen zusammen. Die meisten Agenturen fragen ziemlich genau dasselbe ab:

  • Digitals bzw. Polaroids: natürliche Fotos ohne Filter, ohne oder mit sehr wenig Make-up.
  • Deine Maße: Größe, Brust, Taille, Hüfte, dazu Konfektions- und Schuhgröße.
  • Basisdaten: Name, Alter, Wohnort, Haar- und Augenfarbe.
  • Kontakt: E-Mail und Telefonnummer, eventuell dein Instagram-Profil.
  • Ein kurzer Text: wer du bist, ob du schon Erfahrung hast und wie flexibel du zeitlich bist.

Eine Sedcard (auch Comp Card genannt) ist am Anfang kein Muss. Sie ist eine Art Visitenkarte mit mehreren Fotos und deinen Maßen. Die meisten Agenturen erstellen sie später ohnehin selbst, sobald sie dich unter Vertrag nehmen. Wenn du trotzdem eine hast, kannst du sie als zusätzliches PDF mitschicken.

Die richtigen Fotos: Digitals statt Hochglanz

Die Fotos entscheiden über deine Bewerbung. Eine Bookerin schaut sich am Tag oft sehr viele Bewerbungen an und braucht ein paar Sekunden, um zu sehen, ob du ins Board passt. Mach es ihr leicht.

So machst du gute Digitals

  1. Stell dich vor eine helle, einfarbige Wand, am besten mit Tageslicht von vorne oder von der Seite. Kein direktes Mittagslicht, kein Blitz.
  2. Trag einfache, eng anliegende Kleidung: schwarzes Top oder Body und eine schlichte Jeans oder Leggings. Keine Muster, keine Logos.
  3. Haare offen und aus dem Gesicht, kein oder kaum Make-up, keine großen Schmuckstücke.
  4. Lass jemanden auf Augenhöhe fotografieren, mit der normalen Handykamera und ohne Beauty-Modus oder Filter.
  5. Bearbeite die Bilder nicht. Nur zuschneiden ist in Ordnung.

Diese Aufnahmen solltest du mitschicken

FotoWorauf du achtest
Porträt frontalGerader Blick in die Kamera, neutraler Ausdruck, Haare hinter den Schultern
Porträt mit LächelnNatürliches Lächeln, gern mit Zähnen – wichtig für Werbung
Profil links und rechtsKopf seitlich, Kinn gerade, Ohr sichtbar
HalbkörperVon der Hüfte aufwärts, Arme locker
Ganzkörper frontalVon Kopf bis Fuß, flache Schuhe oder barfuß, gerade Haltung
Ganzkörper seitlichZeigt Haltung und Proportionen

Optional kannst du ein oder zwei bessere Fotos von einem Test-Shooting dazulegen. Die Digitals bleiben aber das Wichtigste. Bilder mit starkem Filter, Gruppenfotos, Partybilder oder Selfies aus der Froschperspektive kosten dich eher Punkte.

Maße richtig nehmen

Falsche Maße sind einer der häufigsten Fehler. Wenn du beim ersten Termin fünf Zentimeter kleiner bist als angegeben, ist das Vertrauen sofort weg. Miss deshalb ehrlich und mit Hilfe:

  • Größe: barfuß an der Wand, Lineal oder Buch flach auf den Kopf legen, Strich machen, nachmessen.
  • Brust: an der stärksten Stelle, Maßband waagerecht.
  • Taille: an der schmalsten Stelle, meist knapp über dem Bauchnabel, nicht einziehen.
  • Hüfte: an der breitesten Stelle über dem Po.

Zur Orientierung: Für Laufsteg und High Fashion erwarten viele Agenturen bei Frauen meist etwa 172 bis 180 cm. Für Commercial, Werbung, Beauty und Curve gibt es dagegen oft keine strenge Größenvorgabe. Bewirb dich also nicht nur dort, wo du dem klassischen Laufsteg-Bild entsprichst, sondern gezielt in den Bereichen, die zu dir passen.

Vorlage: Bewerbungstext zum Kopieren

Dein Text sollte kurz sein. Niemand braucht ein Anschreiben wie für einen Bürojob. Diese Vorlage kannst du anpassen:

Betreff: Model Bewerbung – [Vorname], [Alter], [Größe] cm, [Stadt]

Hallo liebes Team von [Name der Agentur],

ich heiße [Vorname], bin [Alter] Jahre alt und wohne in [Stadt]. Ich interessiere mich für [Fashion / Commercial / Beauty] und würde mich freuen, wenn ihr euch meine Bewerbung anschaut. Bisher habe ich [noch keine Erfahrung / ein paar Test-Shootings gemacht]. Unter der Woche bin ich [nachmittags / flexibel] verfügbar.

Meine Maße: Größe [ ] cm, Brust [ ] cm, Taille [ ] cm, Hüfte [ ] cm, Konfektion [ ], Schuhgröße [ ]. Haarfarbe [ ], Augenfarbe [ ].

Im Anhang findet ihr aktuelle Digitals ohne Make-up. Ich freue mich auf eure Rückmeldung!

Liebe Grüße, [Vorname Nachname], [Telefon], [Instagram]

Schreib den Namen der Agentur wirklich rein. Ein Massen-Mail an zwanzig Adressen im CC wirkt unprofessionell. Benenne die Fotos sinnvoll, zum Beispiel „Vorname_Ganzkoerper.jpg“, und halte die Dateien klein genug, dass sie problemlos ankommen.

Wo und wie du dich bewirbst

Bewerbungsformular auf der Agentur-Website

Fast jede seriöse Modelagentur hat auf ihrer Website einen Bereich wie „Become a Model“, „Bewerbung“ oder „Get Scouted“. Dort lädst du Fotos hoch und trägst deine Daten ein. Das ist meist der schnellste Weg, weil die Bewerbung direkt bei den richtigen Leuten landet.

Per E-Mail

Manche Agenturen nennen eine eigene Bewerbungsadresse. Halte dich dann genau an die Vorgaben, etwa zur Anzahl der Fotos. Wenn keine Adresse angegeben ist, nutze lieber das Formular.

Open Casting

Viele Agenturen bieten regelmäßige Open Castings oder offene Sprechstunden an, zu denen du ohne Termin kommen kannst. Die Termine stehen meist auf der Website oder auf Social Media. Nimm deine Maße und ein paar Ausdrucke deiner Digitals mit, trag schlichte Kleidung und Schuhe, in denen du gut laufen kannst. Plane Wartezeit ein.

Castings und online sichtbar werden

Parallel zu Agenturen kannst du auf seriösen Model-Castings Erfahrung sammeln. Auf ModelContest kannst du zum Beispiel ein kostenloses Profil anlegen, das wie ein Online-Portfolio mit druckbarer Sedcard funktioniert, und dort erste Rückmeldungen und Stimmen bekommen. Das ersetzt keine Agentur, hilft dir aber, ein Gefühl für deine besten Bilder zu entwickeln.

Bei Modelagenturen in Stuttgart, München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln bewerben

In Deutschland sitzen viele Agenturen in den großen Städten. Jede hat einen etwas anderen Schwerpunkt: Hamburg und Berlin sind stark bei Mode, Editorial und Werbung, München und Düsseldorf bei Fashion, Messen und Katalog, Köln bei TV und Werbung, Stuttgart unter anderem bei Industrie- und Katalogproduktionen. Das sind grobe Tendenzen, keine festen Regeln.

So findest und prüfst du Agenturen in deiner Stadt:

  • Suche gezielt: Wenn du zum Beispiel eine Modelagentur Stuttgart bewerben möchtest, suche nach Agenturen mit eigener Website, echtem Impressum und sichtbarem Model-Board.
  • Prüfe das Impressum: Firmenname, Adresse, Handelsregister oder verantwortliche Person müssen in Deutschland angegeben sein.
  • Schau dir die Models an: Haben die gezeigten Models echte Jobs, Kampagnen oder Editorials? Wirken die Fotos aktuell?
  • Lies Erfahrungen: Frag in einem Model-Forum nach oder such nach dem Agenturnamen plus „Erfahrungen“.
  • Bewirb dich in mehreren Städten: Du musst nicht dort wohnen. Viele Agenturen vertreten Models aus ganz Deutschland, solange du zu Jobs anreisen kannst.

Gerade in München, Berlin oder Hamburg lohnt es sich, auf Open-Casting-Termine zu achten. Wenn du ohnehin in der Stadt bist, kannst du an einem Tag mehrere Agenturen besuchen.

Was nach der Model Bewerbung passiert

Hab Geduld. Agenturen bekommen viele Bewerbungen, und nicht alle antworten jeder einzelnen Person. Typisch sind diese Szenarien:

  • Keine Antwort: Viele Agenturen melden sich nur, wenn sie Interesse haben. Wenn du nach etwa vier bis sechs Wochen nichts gehört hast, kannst du davon ausgehen, dass es gerade nicht passt.
  • Absage: Das heißt nicht, dass du kein Model sein kannst. Oft passt dein Typ nur gerade nicht ins Board, weil schon ähnliche Models vertreten werden.
  • Einladung zum Kennenlernen: Du kommst in die Agentur, es werden neue Digitals gemacht, man misst dich nach und spricht über deine Ziele.
  • Testphase oder Vertrag: Manchmal wollen Agenturen erst Test-Shootings sehen. Wenn ein Vertrag kommt, nimm ihn mit nach Hause und lies ihn in Ruhe.

Du kannst dich nach ein paar Monaten erneut bewerben, besonders wenn sich etwas verändert hat, etwa deine Haare, deine Erfahrung oder deine Fotos.

Red Flags: So erkennst du unseriöse Agenturen

Leider gibt es Anbieter, die mit dem Traum vom Modeln Geld verdienen wollen. Diese Warnsignale solltest du kennen:

  • Vorabgebühren: Anmeldegebühr, Aufnahmegebühr, Kartei-Gebühr oder Gebühren für die Website. Seriöse Agenturen verdienen über eine Provision an gebuchten Jobs, nicht an dir.
  • Pflicht-Fotoshooting: „Du musst erst unser Shooting für mehrere hundert Euro buchen.“ Ein echter Agent arbeitet mit dir an Test-Shootings, ohne dir ein Paket zu verkaufen.
  • Private oder Nacktfotos: Niemand Seriöses fragt in der Bewerbungsphase nach Nackt- oder Unterwäschefotos per Chat.
  • Druck: „Unterschreib heute, sonst ist der Platz weg.“ Gute Agenturen geben dir Zeit.
  • Nicht überprüfbar: Kein Impressum, keine Adresse, nur ein Social-Media-Account oder ein Kontakt per Messenger.
  • Treffen an seltsamen Orten: Hotelzimmer, private Wohnungen oder Termine spät abends.

Nimm zu einem ersten Termin gern eine Begleitperson mit. Mehr Tipps findest du in unserem Sicherheitsguide.

Du bist unter 18?

Dann ist eine Bewerbung immer Sache deiner Eltern oder Erziehungsberechtigten. Sie sollten die Agentur prüfen, beim Termin dabei sein und jeden Vertrag mit unterschreiben. Unsere Seite selbst ist erst ab 18 Jahren.

Die häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Zu viele Fotos: Sechs bis acht gute Bilder sind besser als dreißig gemischte.
  • Filter und Retusche: Die Agentur merkt es spätestens beim Treffen.
  • Fehlende Maße oder fehlendes Alter: Dann wird die Bewerbung oft gar nicht erst angeschaut.
  • Nur eine einzige Bewerbung: Schick deine Unterlagen an mehrere passende Agenturen.
  • Aufgeben nach der ersten Absage: Fast jedes Model hat mehr Absagen als Zusagen gehört.

Wenn du die Fotos heute machst, die Maße heute Abend nimmst und morgen die ersten zwei, drei Bewerbungen abschickst, bist du schon weiter als die meisten, die nur davon träumen. Viel Erfolg!

Fragen und Antworten

Was muss in eine Model Bewerbung?

Natürliche Digitals ohne Filter (Porträt, Profil, Ganzkörper), deine Maße mit Größe, Brust, Taille, Hüfte und Schuhgröße, Alter, Wohnort, Kontaktdaten und ein kurzer Text über dich.

Brauche ich professionelle Fotos für die Bewerbung?

Nein. Die meisten Agenturen wollen einfache Handyfotos bei Tageslicht, ohne Make-up und ohne Bearbeitung. Profifotos kannst du optional ergänzen.

Kostet eine Bewerbung bei einer Modelagentur Geld?

Bei seriösen Agenturen nicht. Sie verdienen über eine Provision an gebuchten Jobs. Wer Anmelde-, Kartei- oder Pflicht-Shooting-Gebühren verlangt, ist ein Warnsignal.

Wie lange dauert es, bis eine Agentur antwortet?

Das ist sehr unterschiedlich. Viele Agenturen melden sich nur bei Interesse, oft innerhalb weniger Wochen. Nach etwa vier bis sechs Wochen ohne Antwort kannst du von einer Absage ausgehen.

Kann ich mich bei mehreren Agenturen gleichzeitig bewerben?

Ja, das ist üblich. Schreib jede Agentur aber einzeln an und lies einen Vertrag genau durch, bevor du dich bindest, denn manche verlangen Exklusivität.

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